Die Bestände des Fürstlich Fürstenbergischen Archives

Das Fürstlich Fürstenbergische Archiv enthält die Überlieferung der fürstlichen Verwaltungen und Wirtschaftsbetriebe sowie die persönlichen Nachlässe der fürstlichen Familienangehörigen. Bis 1806, dem Jahr der Mediatisierung des Fürstentums Fürstenberg, ist es darüber hinaus das Archiv der fürstenbergischen Lande in Schwaben.

1) Hauptarchiv (bis 1806)

  • Principaliora (Bestandsgruppe OA)
    OA 1: Ankunftstitel (Erwerbungen des Hauses); OA 2: Teilungen; OA 3: Anwartschaften; OA 4: Volljährigkeitserklärungen; OA 5: Testamente; OA 6: Milde Stiftungen; OA 7: Verträge; OA 8: Bündnisse und Eheallianzen; OA 9: Privilegien; OA 10: Hausverträge; OA 11: Primogenitur; OA 12: Beschwörung der Familienpakten; OA 13: Landesordnungen; OA 14: Feudalia passiva (Haus Fürstenberg als Lehensempfänger) (Findbuch, pdf); OA 15: Vormundschaften; OA 16: Vormundschaften über fremde Kinder; OA 17: Possessionsergreifungen; OA 18: Huldigungen; OA 19: Familienprozesse; OA 20: Erträge; OA 21: Veräußerungen. – Archive der von Fürstenberg beerbten Familien und angekauften Herrschaften: OA 22: Archiv Grafen von Werdenberg; OA 23: Archiv Grafen von Sulz; OA 24: Archiv Freiherren und Grafen von Zimmern; OA 25 a: Archiv Grafen von Lupfen; OA 25 b: Archiv Reichserbmarschälle von Pappenheim; OA 25 c: Archiv Reichserbmarschälle von Pappenheim-Lupfen; OA 26: Archiv Herren von Gundelfingen; OA 27: Archiv Grafen von Helfenstein; OA 27 a: Archiv Freiherren von Reischach zu Schlatt unter Krähen. Hinweis: Das Archiv der Herren von Schellenberg liegt im Bestand „Jurisdictionalia“; weitere Archivalien aus den genannten Provenienzen im Bestand „Aliena“.– OA 28: Ansprüche fremder Herrschaften; OA 29: Selecta.
  • Illustria (Bestandsgruppe OB)
    Das eigentliche Hausarchiv mit den auf die fürstlichen Personen bezogenen Archivalien. Chronologisch nach Personen geordnet. Am Ende des Bestands Sammlungen zur Genealogie der Fürstenberger sowie topographische Beschreibungen des Fürstentums vom Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts.
  • Senioratslehen
    Umfangreicher Bestand über die vom Hause ausgegebenen Lehen mit den bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts zurückreichenden Lehenprotokollbüchern des Hauses Fürstenberg sowie der später erworbenen Herrschaften Heiligenberg und Hohenhewen-Stühlingen, den Lehensbeschreibungen und den Lehensreversen der Lehensleute. Akten und Urkunden zu rund 250 Einzellehen des Hauses im südwestdeutschen Raum.
  • Ecclesiastica
    Archivalien der fürstenbergischen Vogtei über Pfarreien, Klöster, Spitäler und Leprosorien. – Ferner die Klosterarchive von Amtenhausen, Bächen, Betenbrunn, Engen (Dominikanerinnen St. Wolfgang), Friedenweiler, Grünwald, Neudingen, Riedern, Rippoldsau, Tannheim, Weppach und Wittichen. – Von den fünf fürstenbergischen Kapuzinerklöstern Engen, Haslach, Meßkirch, Neustadt und Stühlingen haben sich nur die Klosterchroniken von Engen (Digitalisat der Klosterchronik Engen, FFA Donaueschingen, Eccl. 8, Vol. III/1, pdf, 43 MB), Haslach (über Heinrich Hansjakob wieder in den Besitz des Kapuzinerordens gelangt, derzeit angeblich im Zentralarchiv der Deutschen Ordensprovinz in Altötting, Kopien im Stadtarchiv Haslach und im F.F. Archiv Donaueschingen) sowie Meßkirch (WLB Stuttgart, Cod. Don. 628) erhalten. Aus dem 1750 inventarisierten Klosterarchiv Meßkirch (Findbuch: FFA, Eccl. 8/II/6) sind neben der Klosterchronik überdies einige wenige Archivalien in das Fürstlich Fürstenbergische Archiv übernommen worden (FFA, Eccl. 8/II/6–9), darunter ein Mischbuch des Guardians (FFA, Eccl. 8/II/6) sowie zu einem angestrebten Seligsprechungsprozess für den sich zumindest zeitweise in Meßkirch aufhaltenden Marco d’Aviano verfasste Wunderzeugnisse aus dem bayerischen und schwäbischen Raum, darunter aus Meßkirch (FFA, Eccl. 8/II/8).
  • Jurisdictionalia
    Ausübung der hohen und niederen Gerichtsbarkeit, darunter auch der Zollrechte, die Einrichtung von Gefängnissen, Aufstellung von Galgen oder von Bildstöcken. Umfangreifen Anteil an dem Bestand nehmen die Vergleiche mit benachbarten Territorien über die Gerichtsrechte ein, so finden sich in dem Bestand auch die „Kompromissakten“ mit den Gebietsnachbarn (vgl. den „Kompromissbach“ in Riedöschingen).
  • Dicasterialia
    Enthält Archivalien zur Regierungs- und Behördenorganisation des Fürstentums vom 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts, unter anderem mit den Geschäfts- und Besoldungsordnungen. Ferner die Stellenakten der fürstenbergischen Gesandten und Agenten in Regensburg, Wien, Freiburg, Karlsruhe und Rom, der Advokaten und Prokuratoren sowie, etwas überraschend, der Scharfrichter in Hüfingen, Donaueschingen, Hochemmingen, Möhringen, Blumberg, Löffingen, Finkenhausen, Trochtelfingen, Stühlingen, Engen, Meßkirch, Haslach, Wolfach und Neufra.
  • Reichsritterschaft
  • Reichshofrat
  • Reichskammergericht Wetzlar
  • Hofgericht Rottweil
  • Landgericht Schwaben
  • Renovationen und Urbare
  • Landschaftsakten
  • Publica
    Zweigeteilter Bestand: 1) Beziehungen Fürstenbergs zu Kaiser, Reich, und einzelnen Reichsständen sowie Mitgliedschaft im Reichstag, Mitte des 15. Jahrhunderts – 1803. 2) Beziehungen Fürstenbergs nach der Mediatisierung zum Großherzogtum Baden, zum Königreich Württemberg und zum Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen, sogenannte „Oberhoheitsakten“, 1805–1866 (Findbuch, pdf).
  • Schwäbischer Kreis
  • Schwäbisches Grafenkollegium
  • Aliena
    Enthält: 1) Generalia: Genealogische Sammlung des Archivars Müller zu den Adelsfamilien der Baar, der Schwäbischen Alb und des westlichen Bodenseeraums; b) Spezialia: Archivalien nicht-fürstenbergischer Provenienz, unter anderem aus dem Nachlass von Joseph von Laßberg. Die Sammlung enthält allerdings zum Teil auch Archivalien, die provenienzwidrig anderen fürstenbergischen Archivbeständen entnommen wurden, z.B. aus dem Archiv der Grafen von Helfenstein. Alphabetisch nach Orts- und Familiennamen geordnet (Verzeichnis; Neuverzeichnung weniger Rubriken ab 2021 (unter anderem Rubriken Keppenbach, Schaffhausen, Staufen, Sunthausen, Tennenbach und Villingen: Findbuch, pdf, Stand Dez. 2023).
  • Amtsvisitationen
    Protokolle der Visitationen der fürstenbergischen Ämter und Regierungsstellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

 2) Cameralarchiv

  • Cameralia
    Einstmals sehr umfangreicher Bestand, der weitgehend in das Domänenarchiv überführt wurde. Noch vorhanden sind die Teilbestände der Mühlenakten, der Zehntakten und der Akten über die Gülten und Zinse, jeweils vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Mühlenakten enthalten die Belehnungen der fürstenbergischen Müller, zum Teil aber auch Bauakten zum Beispiel für die fürstenbergische Papiermühle Unadingen („Eulenmühle“).
  • Cameralia mixta
    Bestand zur Erteilung von Konzessionen etwa an Gastwirtschaften, Gewerbe- und Manufakturbetriebe und Händler sowie zum Einzug von Umgeld und Zoll. Ein bedeutender Teilbestand sind die „Populationstabellen“ mit den Bevölkerungsstatistiken des Fürstentums, denen aus dem Bestand der „Causae subditorum“ auch die Leibeigenschaftsverzeichnisse beigestellt wurden.
  • Forestalia
    Bestand der älteren Forstakten vom späten 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Forstkarten liegen im allgemeinen Kartenbestand. Die Akten enthalten neben den frühen Forsteinrichtungen eine umfangreiche Überlieferung zur Waldnutzung beispielsweise zur Waldweide, zur Jagd oder zum Holzfloß, außerdem zur Anlage von Brunnen und Fischteichen. In den Bestand übernommen wurden sachbezogene Akten aus den Beständen Cameralia und Dicasterialia.
  • Hofstaatsakten
    Leere Rubrik, die Unterlagen wurden in das Verwaltungsarchiv übernommen (vgl. unten).
  • Militaria
    Chronologisch geordneter, bislang nur rudimentär ausgewerteter Bestand, der von den 1540er Jahren bis zu den Befreiungskriegen 1813/15 reicht.
  • Bergwerke (Findbuch, pdf, Stand März 2024)
    Der bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückreichende Bestand ist unterteilt: 1) Bestand Ta: Edle Bergwerke: Silber-, Kobalt-, Kupfer-, Vitriol-, Schwefel-, Blei-, Zinn- und Zimentbergwerke; 2) Bestand Tb: Unedle Bergwerke: Eisenerzbergwerke, Hammerwerke und Hütten. Er enthält unter anderem Bergprotokolle und die Grubenrechnungen. Die Grubenpläne und -risse befinden sich im allgemeinen Kartenbestand. Fortsetzung unten im Bestand der Berg- und Hüttenadministration. – Zum fürstenbergischen Bergbau liegt eine umfassende Literatur vor, die in einer Bibliographie im Findbuch erfasst ist. Zu den seltenen Schriften gehören die drei folgenden, hier als Digitalisat zur Verfügung gestellten: 1) Glückwunschgesänge der Bergleute zum Einzug von Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg in Donaueschingen, 1723 („Underthänigster Bergmännischer Glücks=Wunsch bey dem Einzug deß … Fürsten und Herrn Herrn Ernesto Josepho von Fürstenberg Stielingen“, Rottweil 1723, pdf, Vorlage: F.F. Archiv Donaueschingen, OB 19, Vol. 54/1); 2) Beschreibung von „Uniformen“ der Bergleute beim Einzug von Fürst Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg in Donaueschingen, 1723 („Beschreibung Des Feyerlichen Einzugs Als Ihro Hochfl. Durchläucht Herr Herr Joseph Ernst … Fürst zu Fürstenberg … Den 31. Octobris 1723 das erste mahl in Dero Hochfürstliche Lande eingeführet“, o.O., 1723, pdf, Vorlage: F.F. Archiv Donaueschingen, OB 19, Vol. 54/1); 3) [Selb]: Ehrfurchts-Bezeugung und kurz skizzierte Geschichte des Bergbaues im Kinziger-Thale, dargestellt von der Knappschaft daselbst, o.O., 1805 (pdf, Vorlage: F.F. Archiv Donaueschingen, Ta 1, Vol. I/10, Exemplar aus der Bibliothek Laßberg).
  • Schuldakten
    Aktiva und Passiva des Fürstenhauses vom 15. bis zum 18. Jahrhundert.
  • Rechnungen
    Jahresrechnungen der fürstenbergischen (Rent-) Ämter, Oberämter, Hütten, Forstämter und der sonstigen Fonds; Privatrechnungen des Fürstenhauses aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bedeutender, bis in das 16. Jahrhundert zurückgehender Bestand, von der Forschung bislang wenig benutzt.

 3) Gemeine Registratur

  • Causae Subditorum
    Die Unterlagen über das Verhältnis des Fürsten zu den Untertanen etwa hinsichtlich der Gemeindeverwaltung, der Leibeigenschaft oder der Hilfsgesuche aller Art. Archivalien über die (Selbst-) Verwaltung der fürstenbergischen Gemeinden wurden allerdings im größeren Umfang 1869/70 ausgesondert.
    Von den Akten getrennt liegt ein Bestand von 261 Urkunden, der gesondert verzeichnet ist (Findbuch).
  • Politica
    Entgegen dem Titel des Bestands enthält dieser Unterlagen der Policeyverwaltung (so unter anderem Feuerschutz, Gewerbekonzessionen, Medizinalwesen, Schulwesen).
  • Criminalia
    Dieser Bestand ist im 19. Jahrhundert bis auf geringe Reste vernichtet worden. Über die verhandelten Prozesse gibt immerhin noch ein Findbuch Auskunft.

 4) Verwaltungsarchiv (ab 1806)

  • Allgemeine Generalien
    Der Bestand enthält im Wesentlichen die Akten der Kammerpräsidenten sowie der Präsidenten der Gesamtverwaltung von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Einzelne Akten reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück. Als Unterbestand liegen die Akten der zeitweise eigenständigen Rechtsabteilung bei.
  • Centraladministration
    Die Überlieferung der in Donaueschingen ansässigen Zentralstellen: die Generalakten der Kammer sowie die Archivalien der Hauptkasse, von Archiv, Hofbibliothek, Hoftheater und F.F. Sammlungen (später „Institute für Kunst und Wissenschaft“). Angehängt sind die Akten der fürstenbergischen Witwen- und Waisenkasse, 1827–1968.
  • Hofverwaltung und Sekretariate der Fürsten
    Die Hofverwaltung („Sekretariat“ des Fürsten) bestand als eigene Abteilung unter den Fürsten Karl Egon III., Karl Egon IV. und Max Egon II. Sie umfasst demgemäß Unterlagen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Jüngere Akten werden in Sekretariatsbeständen archiviert. Im Bestand der Hofverwaltung sind als Ausnahme auch die bis weit in das 18. Jahrhundert zurückreichenden Unterlagen zum Hoftheater sowie der Schlossparkverwaltung abgelegt.
  • Bau- und Liegenschaftsverwaltung
    Unterlagen der Bauinspektion (später Bauamt; Bau- und Liegenschaftsverwaltung) des 19. und 20. Jahrhunderts über die fürstlichen Gebäude und Liegenschaften im ehemaligen Herrschaftsgebiet. Die älteren Akten liegen in den Beständen Domänenverwaltung sowie (nur Donaueschingen) im Bestand Hauptkasse. Dem Bestand liegen bei die Unterlagen des zeitweise eigenständigen fürstenbergischen Vermessungsbüros von der Kaiserzeit bis in die 1980er Jahre.
  • Gutsverwaltung
    Leere Rubrik, die Akten wurden vermutlich an die Domänenverwaltung übertragen.
  • Domänenverwaltung
    Der umfangreichste Bestand des F.F. Archivs enthält die Akten über die fürstlichen Gebäude und Liegenschaften im Gebiet des ehemaligen fürstenbergischen Territoriums, alphabetisch nach Orten. In den Bestand aufgenommen wurden auch die Ortsbetreffe aus dem Bestand Cameralia, so dass die Akten bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen. Außerdem enthält der Bestand die älteren Bauakten zu den fürstenbergischen Gebäuden (Ausnahme Donaueschingen: Diese Akten lagern im Bestand Hauptkasse).
  • Forst- und Jagdadministration
    Umfangreicher Bestand der Donaueschinger Forstdirektion sowie der fürstenbergischen Forstämter. Von besonderer Bedeutung dürften die bis in die 1830er Jahre zurückreichenden Forsteinrichtungswerke sein. Die wertvolle Überlieferung von Karten und Plänen wurde in den allgemeinen Kartenbestand überführt.
  • Berg- und Hüttenadministration (Findbuch, pdf, Stand Dez. 2023)
    Die Akten des 19. und 20. Jahrhunderts über die fürstenbergischen Bergwerksunternehmungen und Eisenverhüttungsbetriebe, insbesondere in Bachzimmern, Hammereisenbach, Hausach, Thiergarten (Gde. Beuron), Zizenhausen und Rißtorf (Stadt Stockach). Karten und Grubenrisse liegen im allgemeinen Kartenbestand.
  • Gewerbebetriebe
    Unterlagen des 20. Jahrhunderts zu Geschäfts- und Industriebeteiligungen des Fürstenhauses sowie Unterlagen der hauseigenen Betriebe (Brauereien Donaueschingen und Friedenweiler, Holzverarbeitungsbetriebe in Hüfingen, Elektrizitätswerk Donaueschingen, Papierfabrik Neustadt, Schwarzwald Flugzeugbau Donaueschingen und Maschinenfabrik Immendingen).
  • Fideikommiss Pürglitz
  • Vermögensverwaltungen
    Unterlagen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem zu Geschäfts- und Industriebeteiligungen des Fürstenhauses.
  • Personalakten
    Neben den eigentlichen Personalakten der Verwaltung, die bis in das 17. Jahrhundert zurückreichen, enthält der Bestand auch Sammlungsgut zu den fürstenbergischen Beamten und Angestellten, zum Teil sogar Schriftgut aus Nachlässen wie zum Bespiel von Christian Altgraf zu Salm (1906–1973), dem langjährigen Betreuer der fürstenbergischen Kunstinstitute. Umfangreicher, rein alphabetisch geordneter Bestand.

5) Karten und Pläne

  • Das F.F. Archiv besitzt eine große Anzahl von Gemarkungskarten. Die meisten stammen aus der Mitte und dem Ende des 18. Jahrhunderts. Sie sind im Zusammenhang mit der großen Landesvermessung entstanden, die unter Fürst Joseph Wilhelm Ernst, dem eigentlichen Begründer des fürstenbergischen Staates, um 1750 begonnen und von seinen Nachfolgern bis zur Wende vom 18. zum 19. Jh. fortgeführt wurde. Die Karten sind in aller Regel auf einen einzelnen Dorfbann bezogen und werden ergänzt durch ein Lagerbuch, das neben den herrschaftlichen Besitzungen und Rechten auch die Güter der Kirche, der Gemeinde und der dorfansässigen Bauern verzeichnet. Karte und Urbar zusammen ergeben ein genaues Bild der wirtschaftlichen Verhältnisse kurz vor dem Untergang des Fürstentums Fürstenberg. Sehr reich ist auch die Überlieferung an Bergwerksplänen, überwiegend aus dem fürstenbergischen Kinzigtal, und der Bestand an Karten und Plänen der fürstenbergischen Waldungen. Ungezählt sind die Pläne von fürstenbergischen Häusern und Liegenschaften.

 6) Vereine und Nachlässe

  • Museumsgesellschaft Donaueschingen, 1840–1939
  • Donaueschinger Musiktage und Gesellschaft der Musikfreunde, 1912–2010
    1921 wurde in Donaueschingen unter dem Protektorat des Fürsten Max Egon II. zu Fürstenberg das erste moderne Tonkünstlerfest ausgerichtet, das ausschließlich der künstlerischen Avantgarde vorbehalten war. Die „Donaueschinger Kammermusik-Aufführungen zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst“ boten bis 1926 Komponisten wie Hindemith, Schönberg und Webern, Jarnach und Krenek ein einzigartiges Podium. 1950 gelang ein Neubeginn in Zusammenarbeit mit dem Südwestfunk, der sein Orchester zur Verfügung stellte und damit einen neuen Programmschwerpunkt einbrachte. Bis heute sind die Donaueschinger Musiktage das Festival für moderne Musik geblieben. Die Unterlagen der Donaueschinger Kammermusikaufführungen – Briefe, Programmhefte, Rechnungsunterlagen, Photographien, Kritiken und Rezensionen – befinden sich als besonderer Bestand im Fürstenbergarchiv. Eine umfangreiche Forschungsliteratur hat sich mit dem Bestand beschäftigt. Daneben liegt dank eines Forschungsprojekts des musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Regensburg ein Regestenband vor, der den vollständig digitalisierten Bestand erschließt: Michael Wackerbauer: Die Donaueschinger Musikfeste 1921 bis 1926. Regesten zu den Briefen und Dokumenten im Fürstlich Fürstenbergischen Archiv mit einer historischen Einführung (Regensburger Studien zur Musikgeschichte, Bd. 12), ConBrio, Regensburg 2017, 576 S., Hardcover, Farbtafeln, 78 €, ISBN 978-3-940768-73-5.
  • Frauenverein Donaueschingen, Badischer Frauenverein Donaueschingen und Deutsches Rotes Kreuz Donaueschingen, 1854–1938
  • Vereinigung des Adels in Baden, 1941–1958
  • Fürstenberger Forstverein, 2003–2023
  • Nachlässe
    Nachlässe von: Hofapotheker Richard Baur, Hofprediger Franz Becker, Hofkaplan Eduard Berenbach, Kammerpräsident August Dänzer, General der Wehrmacht Eugen Meindl, Hofarzt Wilhelm Rehmann, Gustav Schnetzer und Karl Wacker.

7) Sammlungen

  • Fotografien und Grafiken
    Im Mittelpunkt der Sammlung mit Fotografien und Grafiken stehen Porträts der fürstlichen Familienmitglieder und der fürstenbergischen Bediensteten sowie Ansichten von fürstenbergischen Residenzen und Orten, Schlössern und Gebäuden. Die Sammlung mit Fotografien reicht dabei bis in die Anfänge des Lichtbildes (Daguerreotypie) zurück.
  • Zeitungen
    Donaueschinger Wochenblatt 1779–1807; Fürstlich Fürstenbergisches Bezirksblatt 1808–1814; Anzeigeblatt für den See- und Donaukreis 1814–1832; Donaueschinger Wochenblatt 1832–1880; Donaueschinger Tagblatt 1881–1935; Schwarzwälder Tagblatt 1935–1944; Donaubote Donaueschingen (Zentrumsblatt) 1896–1936; Südkurier 1946–1999; Donaupost 1949–1950; Badische Zeitung Ausgabe Donaueschingen 1948–1949 und 1951–1995